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29. November 2018

29. November 2018
09:00
Museum für Gegenwartskunst, Unteres Schloss 1, 57072 Siegen
Universität Siegen, Medien der Kooperation
Tag I. Die allgegenwärtige Präsenz von mobilen, digitalen Medien hat grundlegenden Einfluss auf Lern- und Sozialisationsprozesse in der frühen Kindheit und damit auf die primäre Mediensozialisation in Familien. Mit unterschiedlichen praxeologischen Zugängen fragen wir nach der Gestalt interaktiver (Medien-)Praktiken, nach Aneignungsprozessen und Ordnungen des Lernens. Ziel der Konferenz ist es, Forschende aus den Feldern der Kindheits- und Familienforschung sowie der Medienethnographie zusammenzubringen, um gemeinsam analytische Perspektiven auf die sich aktuell vollziehenden, medial bedingten Transformationsprozesse zu entwickeln. [SD]
10:00 - 12:00
AR-D-5104 (grüner Hörsaal), Adolf-Reichwein-Campus
Universität Siegen, Fak I, Germanistisches Seminar
Nathanael Busch / Hans Rudolf Velten
Wer hat nicht schon einmal, vielleicht im Umfeld seiner Tolkien-Lektüren, gern mehr über das altenglische Epos „Beowulf“ oder die altnordischen Lieder der „Edda“ wissen wollen? Wer kennt die „Göttliche Komödie“ von Dante oder das altfranzösische "Rolandslied" nur dem Namen nach und würde gern mehr darüber erfahren? Wen hat es schon immer einmal interessiert, eine Vorlesung über die deutsche Mystik und Wolframs von Eschenbach „Parzival“ zu hören? All diese Dichtungen gehören zu den kanonischen „Meisterwerken“ der europäischen Volkssprachen des Mittelalters, was sowohl die Zeitgenossen, als auch die jahrhundertelange Rezeption, die von einer anhaltenden Faszination dieser Texte zeugt, belegen. Die Vorlesung erhebt den Anspruch, eine repräsentative Auswahl solcher Meisterwerke vorzunehmen und in einer (fast) chronologischen Abfolge mit ihren jeweiligen Besonderheiten zu präsentieren. Ein Ziel der Vorlesung ist es, den Gedanken von Ernst Robert Curtius, die vielfachen Zusammenhänge der europäischen Literaturen untereinander sowie mit der lateinischen Dichtung greifbar zu machen, und somit auch die Verflochtenheit der frühen deutschen Dichtung mit jener der anderen europäischen Kulturen und Sprachen herauszustellen. Ein zweites Ziel ist es, Spezifika der mittelalterlichen Literatur (höfische Kultur und christliche Hermeneutik, Medialität und Performativität, Rhetorik und narrative Schemata, Immanenz und Transzendenz) in ihrer Andersheit, aber auch in ihren Bezügen zur neuzeitlichen und modernen Literatur vor Augen zu stellen. Drittens schließlich stehen viele dieser Dichtungen am Anfang europäischer Gattungsentwicklungen und können so dazu beitragen, ein imaginäres Grundgerüst der europäischen Literatur herzustellen.[GK]
13:00 - 15:00
AR-NA 016 (Senatsaal), Adolf-Reichwein Campus
Familienservicebüro der Universität Siegen
Frank Klöckner
In dieser Informationsveranstaltung werden die Grundlagen rechtlicher Betreuung und die jeweiligen Vorsorgeinstrumente vorgestellt. Ohne Anmeldung.
17:00
ENC-D114, Emmy-Noether-Campus
Universität Siegen, Fakultät IV, Department Physik
Prof. Michael Berry (University of Bristol)
Prof. Michael Berry aus Bristol/UK wird uns in die Welt der optischen Phänomene in der Natur mitnehmen. Vom Regenbogen über Reflektionen bis hin zu Kristallen wird er die zugrunde liegenden Konzepte wie Brechung, Welleninterferenz, Polarisationen und optische Täuschungen erläutern. [SD]
17:45
PB-I 001, Paul-Bonatz-Campus
Universität Siegen, Fak IV, Institut für Fluid- und Thermodynamik; VDI-Bezirksverein Siegen
Dr. des Adrian Rinscheid (Universität St. Gallen)
[GK]
19:00
Apollo-Theater, Morleystraße 1, 57072 Siegen
Universität Siegen, Stabsstelle "Wissenschaft in der Stadt"
Jan Koneffke
Die Gedichte von Jan Koneffke bemühen sich um ein Erinnern dessen, was dem Vergessen gleichzeitig entgegengeht und auch widersteht, was vielleicht verdrängt oder geleugnet werden kann, dann aber umso mächtiger wird. Es stattdessen zu formen, die Klage erneut zu klagen, die Scham erneut zu gestehn, den Zorn erneut sprechen zu lassen, die Frage erneut zu stellen – macht die Gedichte zu Sammelstellen, das Leben wird darin noch einmal eingesammelt, und seine Schwere wird getragen. Die Kindheit in der BRD der 1960er und 70er Jahre ist geprägt von Schuldfragen, die das dem Jungen mögliche Denken und Fühlen auf eine Weise strapazieren, dass zwischen Normalität und Abgrund kaum zu unterscheiden ist. Die Oberfläche der »Bienenstichsonntage«, die »Puddinghaut« auf dem »Mutterland an dem ich hilflos hing / verhaßtes Kindheitsland das ich vermisse« – Koneffke wandert dichtend durch seine Geschichte in diesem Heimatland und wiederholt das Zerwürfnis, dem nicht entsagt werden kann. Der Lebensweg durch das »Doppelland« ist die harte aber auch heuchlerisch fürsorgliche Schule gewesen für ein »Abrakadabra aus verengter Kehle«, der Dichter muss es »ausschwitzen halb ins Bett halb auf Papier«. Daraus flüchten, indem man einem Menschen folgt, der wichtiger ist als das heimatlich Vorgesetzte – Rumänien entdecken, und auch hier sehen müssen: »es frißt das Land den Heuchlern aus der Hand«. Und gleichzeitig staunen, wie einzelne, marginalisierte Menschen diesem Mief ein Leben abtrotzen, oder gar Dichtung: »am Stadtrand zwischen Mann und Maus es riecht / von Stock zu Stock nach Weißkohl Schnaps und Harn / spinnt sie um Mitternacht aus dem was schiecht und kriecht / vor Lust © Johannes Kasperund Lebenswillen: Dichtergarn«. Und auch im Abseits der Karpaten wartet kein Idyll, sondern man droht im Matsch wahrer und fantastischer Geschichten sich festzufahren. Die Gedichte lassen einen zornigen Dichter erleben, dessen Versenkung in das Erinnern aber auch ein Staunen erzeugt, das vielleicht wie eine Laterne das Wandern im Chaos erlaubt.[GK]

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